Die Ortsgruppe konstituiert sich


„ … eine Gesellschaft von etwa hundert Damen und Herren hatte sich im Saal des Hotels ‚Bristol‘ eingefunden …“

Dresdner Neueste Nachrichten, 21. Oktober 1916.

Wenige Monate nach der erfolgreichen fünften Generalversammlung geben sich diejenigen Mitglieder, die bereits zur Vorbereitung der Veranstaltung nach Pfingsten zusammengekommen waren, im Oktober desselben Jahres eine gewisse organisatorische Form der lokalen Vereinigung der Freunde Schopenhauers. Wie schon bei der Tagung im Juni kommen die interessierten Gäste im Festsaal des Dresdner Hotels Bristol zusammen. Ehrengast ist der Versitzende und Gründer der Schopenhauer-Gesellschaft, Professor Paul Deussen aus Kiel. Dann sprechen: der Komponist und spätere Direktor des Dresdner Konservatoriums Paul Büttner, der Arzt Emil Ritter, der Philosoph Richard Böttger, der Pfarrer Constantin Großmann und der Schriftsteller Karl Gjellerup. Die Redner des Abends unterstreichen, daß Schopenhauers unbedingte Wahrheitsliebe ihr gemeinsames Ideal, daß keiner zu bedingungsloser Jüngerschaft verpflichtet sei und betonen ihre geistige Unabhängigkeit.

Man kommt überein, sich monatlich ein Mal zu treffen.

Wie schon in Bezug auf die Generalversammlung zeigt sich die Dresdner Presse1 in allen ihren Blättern an diesem Ereignis interessiert. Der Bericht in der sozialdemokratischen Dresdner Volkszeitung stammt von dem Dresdner Mitglied Eva Büttner, der Ehefrau Paul Büttners.


1 Dokumentenanhang 01 – 03: Die Dresdner Presse zur Gründung der Ortsgruppe