Unterwegs zum Doktor der Philosophie


1813: die Kriegswirren vertreiben Schopenhauer aus Berlin

Aus Schopenhauers nachgelassener Bibliothek im UB Frankfurt / Schopenhauer-Archiv

Arthur Schopenhauer: Ueber die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde. Eine philosophische Abhandlung. Rudolstadt 1813.

Titelblatt der Doktorarbeit Arthur Schopenhauers. Diese Arbeit schrieb der junge Philosoph in der Abgeschiedenheit des Thüringischen Rudolstadt im Gasthof zum Ritter.

Die abgebildete Seite zeugt mit den „durchschlagenden“ Spuren von Schopenhauers weiterer Bearbeitung dieses Buches. Jeder freie Quadratzentimeter Papier ist mit Ergänzungen und Korrekturen für eine spätere Auflage bedeckt.

Die zweite, beträchtlich erweiterte Auflage erschien 1847 in Frankfurt am Main.

aus: Jahrbuch der Schopenhauergesellschaft; 1938, S. 284

Mitte Mai 1813 verläßt Arthur Schopenhauer Berlin.1  Er beteiligt sich nicht an der nationalen Begeisterung, die die letzte Phase der Kriege gegen Napoleon trägt. Während seiner Reise nach Thüringen macht er vom 22. Mai an einige Tage Station in Dresden um dann über Weimar und Jena nach Rudolstadt weiterzugehen, wo er sich in den kommenden Monaten in den Gasthof zum Ritter zurückzieht und seine Dissertation schreibt, mit der er am 2. Oktober von der philosophischen Fakultät der Universität Jena in Abwesenheit zum Doktor der Philosophie promoviert wird.

 

 


1 vgl. hierzu den Aufsatz von Camilo Jiménez: Tagebuch eines Ehrgeizigen. Arthur Schopenhauers Studienjahre in Berlin. Der Text ist im Internet veröffentlicht und der Hyperlink führt Sie dorthin.